Fledermausbeobachtung in Fläsch am 2. Juni 2017

Pünktlich zum Anfang der Ausführungen von Miriam Lutz, die sich seit Jahren zuerst in ihrem Studium und dann im Beruf und im Auftrag des Kantons leidenschaftlich mit den Fledermäusen beschäftigt, hört der Regen auf und wir hören staunend, dass über 900 Grosse und Kleine Mausohren im Fläscher Kirchturm wohnen, alles Weibchen, die ihre Jungen im Dachstock der Kuppel gebären und aufziehen und allabendlich ausfliegen, um sich im näheren und weiteren Umfeld nach Insekten zu jagen. Eine solche Kolonie nennt man Mischkolonie. Alle 4 Wochenstubenkolonien der Mausohren in Graubünden beherbergen beide Mausohrarten. Weitere Mischkolonien befinden sich in den Kantonen St. Gallen, Wallis, Uri, Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Fledermäuse orientieren sich mit einem Echoabbildungssystem, womit sie blitzschnell erfahren, wie ihre  Umgebung aussieht und wo Hindernisse sind. Erstaunlicherweise können sie auf bekannten Routen streckenweise auch ohne zu rufen fliegen. Sie prägen sich die Routen im Gedächtnis ein. Die Männchen halten sich in kleineren Gruppen an andern Orten auf und besuchen die Weibchen nur im Herbst, um sich mit diesen zu paaren. Wo die Fledermäuse den Winter verbringen, weiss man nicht, wie auch vieles andere aus dem Leben dieser Säuger, die einen Drittel der Säugetiere Graubündens ausmachen, noch unerforscht ist. In Graubünden kommen 26 der 30 schweizerischen Fledermausarten vor. Weltweit gibt es rund 1200 Arten. Mit Bildern und Videoaufnahmen aus dem Turm erklärt Miriam den 13 staunenden Anwesenden die bemerkenswerten Fakten und weiss eine Antwort auf jede Frage der faszinierten Zuhörer. Und dann kommen sie, einzeln oder in kleinen Gruppen und sind gut erkennbar vor dem hellen Himmel. Es dauert fast eine Stunde, bis alle draussen sind. Das gibt uns Gelegenheit, ihren Flug ausgiebig zu betrachten und auf ihre Ultraschallrufe zu hören mittels eines Gerätes, das diese für das menschliche Ohr hörbar macht. Es mischen sich auch die Rufe der Zwergfledermäuse dazu, die in der Nähe in kleineren Gruppen wohnen und im Licht der Strassenlampen jagen. 

Der Abend war eine Bereicherung und hat zu unserem Schatz der Naturerfahrungen Wesentliches beigetragen. Danke Miriam für die attraktive Führung. 

 

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