Von einem Aussichtsturm blickt man auf eine Lagune, die bevölkert ist mit unzähligen Haubentauchern, die sich nicht um die Zuschauer kümmern, sondern eifrig balzen und rufen. Dazu gesellen sich die quakenden und sich sonnenden Frösche und 1 Blässhuhn. Der Fuchs schleicht herum, hoffentlich mit guten Absichten. Der Drosselrohrsänger gibt ein längeres Konzert und lässt sich sogar beobachten. Auf dem Weg durch einen dichten, natürlichen, von Vogelgesang erfüllten Wald entdecken wir einen verwunschenen Platz mit einem angelegten Garten mit allerlei Kunstwerken aus altem Eisen, Stein und Holz und Sicht auf den Lac Léman, leider abgesperrt. Als der Besitzer merkt, dass wir liebend gern näher an den See möchten, öffnet er die Absperrung, sodass ein Durchkommen ohne schlechtes Gewissen möglich ist und siehe da: In dieser ruhigen Bucht können wir Rotschenkel, Grünschenkel, Sand- und Flussregenpfeifer, Mittelmeermöwe und Kormoran ausgiebig beobachten. Wir bedanken uns und wandern weiter durch diesen verzauberten Wald unter dem Gesang von Zilpzalp, Girlitz, Gartenbaumläufer, Wendehals, Ringeltaube, Zaunkönig, Blaumeise und vielen mehr.

Die Fahrt geht weiter Richtung Visp. Nur schon die Fahrt durchs Unterwallis ist spektakulär mit den steilen Hängen, schroffen Felsen, den Dörfern am Berghang und den Terrassen mit ihren Trockensteinmauern.

Im Haus St. Jodern kommen wir unter und essen Cholera zum Znacht. Beim Abendspaziergang singt die Nachtigall, hinter dem D sitzend!, uns etwas vor. Wir kriegen gar nicht genug von diesem melodiösen Gesang. Schade, dass nicht alle mit «D» etwas anfangen können.

Auf dem Morgenspaziergang am 2. Tag können wir nicht viele Vögel erspähen, dafür sehen wir die Drohnenspritzerei mit eigenen Augen und machen uns so unsere Gedanken. Voller Tatendrang stehen wir sogar zu früh beim Car, um uns zum neuen Ziel bringen zu lassen. Bei der Satellitenstation Brentjong, die sehr gewaltig wirkt, steigen wir aus und bleiben stehen, denn der Sperber hockt schon auf dem abgestorbenen Baum bereit, um beobachtet zu werden, was man reichlich tut. Dabei hört man unter anderen den Kuckuck und schaut nach, ob man Geld im Sack hat. Auf dem Weg zur «Hohe Brücke» kommen wir nicht aus dem Staunen. Gar nicht so hoch über uns kreisen Mäuse- und Wespenbussard und Schlangenadler, die es nicht eilig haben, weiterzuziehen, so dass wir uns gegen Schluss der Wanderung sputen müssen, um die abgemachte Zeit einzuhalten. Beim Beobachten dieser Arten haben wir dank unserer Führer, Manuel, Marc und Sergio viel gelernt. Auf dem weiteren Weg hören oder sehen wir Gartenrotschwanz, Kuckuck, Turmfalke, Braunkehlchen, Baumpieper, Felsenschwalben, Wiedehopf, Bluthänfling, um nur ein paar zu nennen. Die Hohe Brücke ist ein bewundernswertes Bauwerk über die sehr tiefe Schlucht des Feschilju. Durch Felsen geht es steil bergab, ein interessanter und empfehlenswerter Weg, wenn man keine Schwindel-, Knie-, Fuss- oder andere Probleme hat.

Nächstes Ziel ist das Leuker Feld. Und wieder machen wir begeisternde Beobachtungen. Durch eine Hide sieht man die Bienenfresser umherfliegen, hocken und sich präsentieren. Auch ein Nachtreiher ist vor Ort, die Neuntöter und ein Schwarzkehlchen fühlen sich wohl auf Holzbeigen, Gräsern und kleinen Büschen, Teichrohrsänger und Sumpfrohrsänger singen um die Wette, eine Rohrammer hält uns zum Narren, Rauchschwalben, Mehlschwalben, Mauer- und Alpensegler durchsegeln die Lüfte. Die beobachteten Arten werden am Schluss des Berichts aufgeführt. Mit etwas Wehmut verlassen wir die farbigen, heiteren Bienenfresser und machen uns auf den Rückweg, wo der Nachtreiher uns verabschiedet und wir nach Visp zurückfahren, um dort ein Eis zu geniessen, denn der Tag ist warm gewesen.

Der 3. Tag erwartet uns mit Regen. Auf dem Simplonpass lassen wir es uns nicht nehmen, die Gegend zu erkunden. Wir werden belohnt. Auf der Passhöhe steht aufrecht und stolz der Stein-Adler. Gut sichtbar präsentiert sich uns der Birkhahn. Die Wacholderdrossel turnt in einem Baum herum und Bergpieper, Birkenzeisig, Ringdrossel und Heckenbraunelle kommen vorbei. Es läuft ja sonst nicht viel auf dem Pass.

Die Fahrt an der Südseite des Simplon über Domodossola zum Lago Maggiore verläuft im Regen. Roman lässt sich dadurch nicht stören und erzählt uns spannende Sachen über die Orte und Inseln. In der Magadino Ebene nahe bei Gudo ziehen wir uns die Regenkleider über und wagen uns ins Nass. Nur schon wegen des Steinkauzes lohnt es sich. Der Pirol und der Gelbspötter geben auch Ton an und so begeben wir uns ganz zufrieden zurück zum Bus, der uns in die Heimat führt.

Ich denke, dass alle mit mir einig sind, dass das Wochenende in Bezug auf die Gesellschaft und die Landschaft und die Beobachtungen sehr befriedigend und vergnüglich war.

Vielen Dank an Sergio, Uschy, Marc und Manuel für die Vorbereitungen und das Leiten. Danke, Roman, für die ruhige, sichere Fahrt.

 

Rita Tanner

 

Bilder von der Reise folgen später in der Gallerie. 

Artenliste: 

Alpensegler, Amsel, Bachstelze, Baumfalke, Baumpieper, Bergdohle, Berglaubsänger, Bergpieper, Bienenfresser, Birkenzeisig, Birkhahn, Blässhuhn, Blaumeise, Bluthänfling, Braunkehlchen, Buchfink, Buntspecht, Drosselrohrsänger, Eichelhäher, Elster, Feldsperling, Felsenschwalbe, Flussregenpfeifer, Flussseeschwalbe, Flussuferläufer, Gänsesäger, Gartenbaumläufer, Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz, Gelbspötter, Girlitz, Graureiher, Grauschnäpper, Grünfink, Grünschenkel, Grünspecht, Haubentaucher, Hausrotschwanz, Haussperling, Heckenbraunelle, Höckerschwan, Italiensperling, Klappergrasmücke, Kohlmeise, Kolbenente, Kolkrabe, Kormoran, Kuckuck, Lachmöwe, Löffelente, Mauersegler, Mäusebussard, Mehlschwalbe, Mittelmeermöwe, Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Nachtreiher, Nebelkrähe, Neuntöter, Pirol, Rabenkrähe, Rauchschwalbe, Reiherente, Ringdrossel, Ringeltaube, Rohrammer, Rotmilan, Rotschenkel, Saatkrähe, Sandregenpfeifer, Schlangenadler, Schwanzmeise, Schwarzkehlchen, Schwarzmilan, Silberreiher, Singdrossel, Sperber m,w, Star, (Stein-Adler), Steinkauz, Stieglitz, Stockente, Storch , Strassentaube, Sumpfrohrsänger, Teichhuhn, Teichrohrsänger, Türkentaube, Turmfalke, Wacholderdrossel, Wasserralle, Wendehals, Wespenbussard, Wiedehopf, Zaunkönig, Zilpzalp, Zwergtaucher

 

Nicht-Vögel: Fuchs, Gämse mit Kitz, Frösche, Mauereidechsen, Schmetterlingshaft, Segelfalter, C-Falter, Roter Scheckenfalter und viele andere Schmetterlinge.